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Sendung vom 13.06.2006

Auto: Benzinsäufer Klima-Anlage

Dienstag, 13. Juni 2006, 2:00 Uhr

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Auto: Benzinsäufer Klima-Anlage

Eine neue Studie zeigt: Wer mit eingeschalteter Klima-Anlage durch den Sommer fährt, verbraucht bis zu 30 Prozent mehr Benzin. Das Bundesamt für Umwelt verlangt nun, dass dies bei der EU-Typen-Prüfung berücksichtigt wird.

Was vor einigen Jahren unter der Motorhaube noch Luxus war, gehört heute zum Standard. Praktisch alle Neuwagen haben eine Klima-Analge. Beim Wiederverkauf eines Autos bringt die Klima-Anlage einen Mehrwert. Aber sie kostet auch, nicht nur in der Anschaffung, sonder auch an der Zapfsäule. Wissenschaftler der eidgenössischen Forschungsanstalt Empa haben im Auftrag des Bundesamts für Umwelt den Benzinverbauch von Auto-Klima-Anlagen getestet. Auf dem Prüfstand waren sechs verschiedene Modelle. Die künstliche Sonne heizte auf 30 Grad, der Computer bestimmte, wann der Fahrer bremsen oder Gas geben musste. Am verblüffendsten sind die Resultate im simulierten Stadtverkehr:

- Der Daihatsu YRV 1,3 säuft auf 100 Kilometer mit eingeschalteter Klima-Anlage 2,5 Liter mehr, das ist ein plus von 29 Prozent

- Audi A4 1,8 verbraucht 3,3 Liter mehr (plus 25 Prozent)

- Mitsubishi Colt 1,6: plus 2,5 Liter oder 24 Prozent mehr Sprit

- Chrysler 300M 3,5: plus 3,7 Liter oder 22 Prozent mehr

- Peugeot 206 2,0: plus 1,8 Liter oder 15 Prozent mehr

- Volvo S60 2,4: plus 2 Liter oder 14 Prozent mehr

Im Sommer schlucken die Klima-Anlagen im Stadtverkehr bis zu 30 Prozent mehr Sprit! Spitzenreiter Daihatsu schreibt dazu: "Gemäss unseren Erfahrungen liegt der Mehrverbrauch bei 10 bis 15 Prozent und kann mit der bewussten Bedienung der Anlage leicht auf unter 10 Prozent gesenkt werden."

Nicht nur in der Stadt verbraucht die Klima-Anlage viel Sprit. Auch ausserorts macht der Benzinverbrauch bei 30 Grad fast einen Liter aus. Und auf der Autobahn kostet die Kühlung durchschnittlich über einen halben Liter. Für den Industrieverband Auto-Schweiz sind solche Zahlen dennoch kein Grund zum Handeln. "Klima-Anlagen sind schliesslich nicht obligatorisch. Und es ist auch nicht obligatorisch, dass man sie einschaltet", sagt Andreas Burgener von Auto Schweiz. Ganz anders sieht dies das Bundesamt für Umwelt. Martin Schiess verlangt aufgrund der Studie Konsequenzen auf EU-Ebene: "Wir fordern, dass die EU-Typenprüfung für Abgaswerte auch die Klima-Anlage mitberücksichtigt. Nur so weiss jeder Kunde, wie es um die Abgase und den Benzinverbrauch steht", sagt Schiess.

Den Schadstoff-Ausstoss und den Benzinverbauch kann der Kunde heute beim Kauf eines Neuwagens zwar auf der Energie-Etikette ablesen. Aber diese Angaben entsprechen nicht der Realität- getestet wird ohne Klima-Anlage. Der Empa-Test zeigt: Es gibt eine einzige Situation, in der die Klima-Anlage nicht zusätzlich Sprit kostet: Wer im Sommer in ein überhitztes Auto steigt und voll runterkühlt, verbaucht nicht mehr Benzin - zumindest so lange nicht, bis der Motor seine ideale Betriebstemperatur erreicht hat.

(Kassensturz vom 13.6.2006)

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