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Sendung vom 05.05.2009

Solarenergie-Subventionen: Was der Staat zahlt

Dienstag, 5. Mai 2009, 20:54 Uhr

Immer mehr Hausbesitzer montieren Sonnenkollektoren. Das schont die Umwelt und längerfristig auch das Portemonnaie. Mancherorts zahlt der Staat mehr als ein Drittel der Kosten. «Kassensturz» sagt, mit wie viel Subventionen Hausbesitzer rechnen können und was sie beim Einbau beachten müssen.

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Solarenergie-Subventionen: Was der Staat zahlt

Ein grosser Tag für ein kleines Haus im zürcherischen Wiesendangen: Monteure machen sich auf dem Dach an die Arbeit. Sie decken Ziegel ab, um Platz zu schaffen für die neuen Solarkollektoren. Im Reiheneinfamilienhaus von Beatrice Surenmann soll in Zukunft die Sonne das Wasser aufwärmen. Sie und ihr Partner Alois Humbel freuen sich auf ihre neue Unabhängigkeit. «Ich brauche kein Heizöl im Sommer, das heisst ich kann die Heizung mindestens für sechs bis sieben Monate abstellen. Das gibt ein gutes Gefühl», sagt Beatrice Surenmann.

Stetig steigende Nachfrage

Ihr Hausdach neigt sich gegen Süden – das ist eine optimale Voraussetzung. Sechs Quadratmeter reichen für das Einfamilienhaus. Insgesamt drei Kollektoren hieven Lukas Ziltner und seine Kollegen aufs Dach. Das Herzstück eines Kollektors ist ein 25 Meter langes Kupferrohr. In der Halle der Firma Soltop in Elgg, einer der grössten Solaranlagen-Hersteller in der Schweiz, biegt eine Maschine es in die richtige Form. In einer anderen Anlage wird das Rohr auf das Kupferblech geschweisst.

Soltop-Geschäftsleiter Fritz Schuppisser baut seit über 30 Jahren Solaranlagen. Seit einigen Jahren steigt die Nachfrage nach Kollektoren enorm. Von der Wirtschaftskrise würden sie bis jetzt nichts spüren. «Der Auftragseingang ist um 50 Prozent höher als letztes Jahr», sagt Schuppiser.

Er lässt auch die Aluminiumgehäuse der Kollektoren in seiner Fabrik herstellen. Wichtig ist die Isolation. Darauf kommt das Kupferblech mit dem aufgeschweissten Rohr. Die Rückseite des Blechs ist schwarz beschichtet. So erwärmt das Sonnenlicht das Kupferrohr möglichst effizient. Eine Glasplatte dichtet das System ab.

Eine Kompaktanlage für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Montage rund 15'000 Franken. Sie besteht aus Sonnenkollektoren auf dem Dach, einer gut isolierten Leitung in den Keller, einem Warmwasserspeicher und einer Zusatzheizung. Im System zirkuliert eine Flüssigkeit. Diese wird auf dem Dach von den Sonnenstrahlen erhitzt. Sie gelangt über die Leitung in den Keller. Dort erhitzt sie das Wasser im Speicher. Scheint die Sonne nicht, garantiert eine Zusatzheizung warmes Wasser.

Potential nicht ausgeschöpft

Auf Schweizer Dächern sind Solaranlagen noch selten. Knapp 8‘500 wurden im letzten Jahr gebaut. David Stickelberger vom Fachverband Swissolar sagt, die Schweiz habe im Vergleich zum Ausland viel aufzuholen: «Es hat noch ganz viele Dächer ohne Solaranlage. Auf diesen riesigen Dachflächen könnte man einen Drittel des gesamten Stroms und etwa die Hälfte des Wärmebedarfs mit Sonnenenergie decken.»

Jetzt fördern viele Kantone die Montage von Kollektoren. Wie viel sie an eine Fünf-Quadratmeter-Solaranlage für ein Einfamilienhaus zahlen, hat Swissolar untersucht. Das Resultat ist erfreulich: Noch nie gab es so viel Geld vom Staat wie im Jahr 2009. Stickelberger: «Man bekommt – je nach Kanton – etwa 20 Prozent der gesamten Anlagekosten vergütet.» Dazu kämen in vielen Kantonen die Förderbeiträge der einzelnen Gemeinden und in fast allen Kantonen sei es zudem möglich, die Kosten für eine Anlage von den Steuern abzuziehen, ergänzt Stickelberger.

Am meisten Subventionen zahlt Basel-Stadt (siehe Tabelle): 6‘235 Franken erhalten die Hausbesitzer für eine rund 15‘000 Franken teure Anlage. Keine Subventionen gibt es momentan in den Kantonen Schwyz, Tessin, und Zug. Tessin und Zug werden in diesem Jahr ein Förderprogramm einführen, im Kanton Schwyz muss zuerst eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden.

(sf/gabu/doer)