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Sendung vom 22.12.2009

Weihnachtsstress: Wie pünktlich ist die A-Post?

Dienstag, 22. Dezember 2009, 20:25 Uhr

Heute aufgegeben, morgen zugestellt: Das verspricht die A-Post. «Kassensturz» hat während der Adventszeit mehr als 150 Briefe verschickt und die Pünktlichkeit mit neuer Technik getestet: Ein Teil der Post war mit einem GPS-Empfänger bestückt. «Kassensturz» zeigt die langen Wege der Briefe.

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Weihnachtsstress: Wie pünktlich ist die A-Post?

Die 44-jährige Daniela Gasser schreibt im Advent täglich ein neues Kapitel ihrer Weihnachtsgeschichte. Die Zauberwelt-Episoden verschickt Daniela Gasser ab Basel per Briefpost an Freunde und Bekannte: jeden Tag ein neues Kapitel, eine Art Adventskalender. Per A-Post kommen die Geschichten in die Stuben. Zum Beispiel zu Familie Hirsbrunner im Emmental. Die Kinder lieben diese Geschichten. Es ist bereits das dritte Jahr, dass sie im Advent täglich Fortsetzungen erhalten – sofern die Post pünktlich ankommt. Letztes Jahr war das oft nicht der Fall. Monika Hirsbrunner: «Zum Teil kamen die Briefe erst zwei, drei Tage später an. Wir konnten nicht weiter vorlesen, weil ein Kapitel fehlte.»

Positionen im Sekundentakt

Im letzten Winter waren 4 der 24 Briefe verspätet. Wie zuverlässig ist die A-Post? «Kassensturz» testet das mit den vielen Briefen, die Autorin Daniela Gasser verschickt: täglich 12 Briefe. Im ganzen Advent sind das 288 Couverts. Die Leserinnen und Leser sind über die ganze Deutschschweiz verteilt. 10 führen in den ersten zwei Dezemberwochen für «Kassenturz» Journal, wie pünktlich die Briefe heuer eintreffen.

In ein paar Couverts legt Daniela Gasser ausserdem ein spezielles Aufzeichnungsgerät. Es hält fest, welchen Weg die Briefe nehmen und wo sie allenfalls stecken bleiben. «Kassensturz» verfolgt einen Brief an die Familie Hirsbrunner im Emmental. Das Couvert verschwindet im dunklen Briefkasten in Basel, nicht aber aus unseren Augen. Der sogenannte GPS-Logger ist eine Spezialanfertigung von Nicola Ramagnano von der Hochschule Rapperswil. Das Gerät empfängt Satellitensignale und speichert die Positionen. So erfasst das Gerät im Sekundentakt, welche Route der Brief nimmt.

Im Vergleich etwas besser

Der Ingenieur liest später die Speicherkarten aus. Das Programm Google Earth zeigt, welchen Weg der Brief genommen hat. In Basel wird der Brief am 10. Dezember um 19:00 Uhr abgeschickt. Der Brief landet kurz nach dem Einwurf in Basel in einem Container und empfängt keine Signale mehr. Drei Stunden später haben wir wieder Satellitenempfang. Der Brief ist in Härkingen. Dort steht das neue Briefzentrum der Post. Bei der Konzentration auf drei solche Zentren gab es im letzten Jahr Probleme. Das hatte Konsequenzen auf die Zustellpünktlichkeit der Post. Sie sank gemäss Angaben der Post im letzten Jahr auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren.

In Briefzentrum Härkingen wird unser Brief abgestempelt, sortiert und ist fünf Stunden später wieder auf Achse. In Härkingen geht es wieder auf die Strassen, per Lastwagen auf Autobahn. Man sieht sogar, auf welcher Spur der Lastwagen unterwegs war. Der Lastwagen transportiert den Brief in den frühen Morgenstunden auf der A1 in Richtung Bern, nimmt die Ausfahrt Kirchberg und erreicht um 04:50 Uhr die Post Zollbrück im Emmental. Um 10:10 Uhr ist Pöstler unterwegs zu Familie Hirsbrunner. Mit dabei der Brief aus Basel. 15 Stunden nach dem Einwurf landet das Couvert pünktlich im Briefkasten – so wie bis Mitte Dezember fast alle Sendungen. Ein Brief war auch heuer verspätet. Im Vergleich zu 2008 schneidet die Post etwas besser ab.

Wie pünktlich war die A-Post bei den anderen 10 Lesern? Bis zum abgemachten Stichtag (15.12.2009) schneiten die Couverts pünktlich ins Haus. Doch ausgerechnet kurz vor Weihnachten beklagen mehrere Leser ausbleibende Adventspost. An Autorin Daniela Gasser liegt es bestimmt nicht. Sie schreibt emsig an den letzten Sätzen Ihrer Geschichte. Auch wenn Sie für diesen Effort kein Geld verdient.

(sf/zeha/doer)

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