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Musik statt Rufzeichen bei Orange

Flurin Maissen
Mittwoch, 20. Oktober 2010, 17:52 Uhr, Aktualisiert 04.11.2010, 16:56 Uhr

Die Verwirrung ist bei vielen Orange-Kunden in diesen Tagen gross: Ruft man auf ihr Handy an, hört man statt des normalen Rufzeichens plötzlich Musik. Das Rufzeichen ertönt nur noch schwach im Hintergrund. Grund: Orange hat Mitte Oktober bei insgesamt 1400 Kunden die Musik-Option «Begrüssungstöne» aufgeschaltet.

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reuters

Hinter der «Musik-Überraschung» steckt eine Werbeaktion: Orange will so die Option «Begrüssungstöne» bekannt machen. Für 1.50 Franken pro Monat wird damit das Rufzeichen mit Musik untermalt. Wie viele Kunden diese Option bereits abonniert haben, sagt Orange nicht. Vielleicht aber nicht genug, sonst wäre die Werbeaktion wohl nicht nötig.

Bei den 1400 ausgewählten Kunden bleibt die Option nun einen Monat lang gratis aufgeschaltet. Wie diese Kunden ausgewählt wurden, verrät Orange nicht.

Von sich aus aktiv werden

Die ausgewählten Kunden bekamen keine Gelegenheit, dem Angebot zuzustimmen. Die Option wurde einfach aufgeschaltet. «Wir haben die Kunden aber vorher per SMS informiert», so Therese Wenger gegenüber «Kassensturz». Vielleicht ist die Botschaft aber nicht bei allen angekommen.

Es hätten sich inzwischen nämlich viele Kunden gemeldet, weil sie wegen der Begrüssungsmusik verwirrt waren. Besonders kundenunfreundlich: Wer nicht möchte, dass Anrufer mit Musik begrüsst werden, muss die Option aktiv bei Orange abbestellen.

Noch mehr nervige Musik?

Eine ähnliche Option bietet übrigens auch Swisscom an. Bei Sunrise hingegen existieren noch keine Pläne zur Einführung von solchen «Ring Back Tones», wie Sunrise auf Anfrage mitteilt. Dass solche Angebote im Zeitalter der omnipräsenten Warteschlaufen-Musik Anrufer eher nervt als beglückt, glaubt man bei Orange jedoch nicht. Die Begrüssungstöne würden im Gegenteil «unterhalten», so heisst es zumindest in der Internetwerbung.

Ob wirklich alle Freude daran haben, am Telefon mit Lady Gaga oder gar Toilettenrauschen begrüsst zu werden, bleibt aber fraglich.