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Keine freie Wahl des Empfangsgeräts
Kabelnetzbetreiber dürfen weiterhin ihren Kunden eine eigene Set-Top-Box vorschreiben. So will es die Kommission des Ständerates. Damit setzen sich die Politiker über eine Forderung von «Kassensturz» und vieler Konsumenten hinweg. Der Protest der Kunden und von Konsumentenschutzorganisation scheint umsonst gewesen zu sein.
- Kommentar von Ueli Schmezer: Politiker helfen Cablecom & Co.
- Ärger mit Set-Top-Box: Cablecom narrt Kunden (04.05.2010)
- Digital-TV: 96 Prozent sind gegen die Verschlüsselung (09.09.2008)
- Cablecom: Kabelriese knebelt seine Kunden (15.04.2008)
- SF Wissen: Dossier Digitales Fernsehen
- SRG-Webseite zum digitalen Fernsehen
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Eine Änderung im Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen hätte dafür sorgen sollen, dass die Konsumenten von digitalen Fernsehprogrammen frei in der Wahl des Empfangsgerätes wären. Das heisst: Sie müssten bei verschlüsselten Fernsehangeboten nicht mehr zwingend die Set-Top-Box ihres Anbieters benutzen. Das fordern Konsumenten schon seit Jahren. Doch Politiker sehen das anders: Die ständerätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF-SR) hat sich mit 10 zu 3 Stimmen nun dagegen entschieden.
Konsumenten sind ausgeliefert
Ihre Begründung: Der Konsument habe die Wahl zwischen verschiedenen Fernsehangeboten (Kabel, Antennen, Satelliten, Swisscom-TV oder Web-TV). Daher sei eine Regelung nicht notwendig. Eine solche berge zudem die Gefahr, den Wettbewerb zu verzerren. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, kann die Argumentation der KVF-SR nicht nachvollziehen: «Es gibt Konsumentinnen und Konsumenten, die auf Gedeih und Verderben ihrem Kabelnetzbetreiber ausgeliefert sind.»
CI+ ist eine schlechte Alternative
Die Vorlage geht auf eine Motion von Simonetta Sommaruga aus dem Jahre 2007 zurück. Damals war die Situation so, dass Set-Top-Boxen zu einem relativ hohen Preis gekauft werden mussten. Mittlerweile bietet Kabelnetzbetreiber Cablecom eine Alternative zur Box an: eine Karte, die dem Standard CI+ entspricht. Diese Karte wird direkt ins Fernsehgerät gesteckt – sofern das TV-Gerät über einen entsprechende Schnittstelle verfügt.
Doch auch CI+ hat für den Kunden Nachteile, wie «Kassensturz» zeigte. Hunderttausende, die ihr TV-Gerät in den letzten Jahren gekauft haben, können diese Karte nicht verwenden. Und nicht nur das: Die neue Technologie dient vor allem dazu, die Zuschauer besser zu kontrollieren.
(sf/schu/ferp/doer)












