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Tipps für User

Maria Kressbach
Donnerstag, 3. März 2011, 15:53 Uhr, Aktualisiert 15:57 Uhr

Jeder, der eine App herunterlädt, geht einen Handel ein. Wichtig dabei ist, dass man gewisse Dinge beachtet. Experten erklären im «Kassensturz»-Chat, worauf es ankommt.

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Schnell eine neue App herunterladen und allfällige Hinweise kurz mit OK bestätigen. Fürs genaue Durchlesen bleibt keine Zeit, schliesslich soll die neue Applikation sofort genutzt werden können.

App-User gehen einen Deal ein

Viele Konsumenten sind sich aber nicht bewusst, dass sie mit diesem OK dem Mini-Programm Zugriff auf persönliche Daten erlauben. Und mit diesen Daten machen Firmen ein Geschäft: «App-Anbieter können mit diesen Informationen auf verschiedene Weisen Geld verdienen», meint IT-Fachredaktor Guido Berger. Beispielsweise könnten diese Informationen an Dritte verkauft oder für gezielte Werbung eingesetzt werden.

Wer Apps herunterlädt, der muss wissen, dass er einen Handel eingeht. Er nutzt einen kostenlosen oder günstigen Dienst und gibt dafür Daten von sich preis. Berger findet solche Deals nicht problematisch, solange die Rechnung für beide Seiten aufgeht. «Schwierig wird es, wenn man über den Tisch gezogen wird, wenn beispielsweise Daten ohne mein Wissen geladen werden.»

Bewertungen geben Aufschluss

Wie kann aber ein User bei hunderttausenden von Apps sicher sein, dass er ein sauberes Angebot herunterlädt?

Grundsätzlich empfiehlt Guido Berger, im App-Store die Bewertungen und Kommentare von Nutzern zu lesen. «Wenn man diese Einträge prüft, bekommt man meistens ein recht gutes Gefühl dafür, ob eine App sauber ist oder nicht.» Je nach dem lohne es sich auch, die AGBs zu lesen. Oder man startet einfach eine Internetsuche mit dem Namen der App und Stichwörtern wie «Privacy».

WhatsApp ist sauber

Nach dem «Kassensturz»-Beitrag über den Datenhunger des Apps «Viber» wollten viele Zuschauer wissen, wie es um die entsprechende Applikation für SMS «WhatsApp» steht. Informatik-Ingenieur Thomas Heinis sieht hier weniger Probleme: «Im Gegensatz zu Viber schreibt WhatsApp in den Nutzungsvereinbarungen unmissverständlich, dass Daten nicht an Dritte weitergegeben werden.» Zudem würden bei WhatsApp lediglich die Telefonnummern an den Server geschickt. Viber mache diesbezüglich keine Angaben. Thomas Heinis nimmt aber an, dass diese App das gesamte Adressbuch weiterleitet. Das ist der Stand heute. Natürlich könnte WhatsApp jederzeit ihre Privacy Policy ändern.

Virenschutz fürs Handy

Eine gewisse Sicherheit bieten Virenschutzprogramme fürs Handy. Einmal installiert erkennen sie Spyware und können verhindern, dass der Nutzer ausspioniert wird. Thomas Heinis gibt aber zu bedenken: «Hier gilt das gleiche wie beim Virenschutz im Allgemeinen. Es besteht immer die Gefahr, dass der Schutz den Viren oder der Spyware hinterherhinkt.»

Daten bleiben beim Anbieter

Wer unsaubere Apps loswerden möchte, kann sie auf dem Handy löschen und so das Programm deinstallieren. Dabei muss man sich aber bewusst sein, dass die Daten bereits beim App-Anbieter sind und weiterverwendet werden können.

Dagegen kann laut Informatik-Ingenieur Thomas Heinis zurzeit nichts unternommen werden: «Dieses Problem ist aus rechtlicher Sicht noch völlig ungelöst. Man kann höchstens versuchen, den App-Anbieter zu kontaktieren und die Löschung fordern.»