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Bluray-Bluff
Mit Bluray können Sie Ihr blaues Wunder erleben
Filme im Bluray-Format sind das Nonplusultra für den Fernsehgenuss zu Hause und entsprechend auch teurer als DVDs. Manche Produkte sind aber gar nicht besser als DVDs. Das deckt «Kassensturz» auf. Experten erklären, was Zuschauer über die neue Technologie wissen müssen.
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Bluray, das Nachfolgemedium der DVD flimmert in immer mehr Schweizer Wohnzimmern über den Bildschirm. Seit Anfang Jahr ist der Absatz im Vergleich zu 2010 um 60 Prozent gestiegen. Immer mehr Filme – auch ältere – sind neben DVD auch auf Bluray erhältlich.
Doch manche Kunden erleben mit Blurays ihr blaues Wunder - wie Marco Lucchi. In seinem Heimkino geniesst er häufig Reisefilme. Umso mehr hat ihn die Bluray «100 Destinations: Thailand» vom deutschen Vertrieb CMS enttäuscht: «Die Schärfe, die Asynchronität des Films. Alles ist schlecht», berichtet Lucchi.
Unfaire Mogelpackung
Dieses Urteil bestätigen die Filmexperten vom Schweizer Fernsehen, die für «Kassensturz» eine Auswahl von rund 20 Filmen analysiert haben. Die Reisefilme von CMS fallen deutlich ab. «Diese Filme sind überhaupt nicht genügend für eine Bluray in High-Definition. Für den Konsumenten ist das nicht fair», sagt Bluray-Experte Roman Lehmann von der Produktionsfirma TPC, einer Tochterfirma der SRG.
Media Markt hat die Filme von CMS vorübergehend aus dem Sortiment genommen, um weitere Abklärungen zu treffen. Roman Lehman hat die Filmanalyse für den «Kassensturz» geleitet. Er sagt, viele Filme würden die Erwartungen erfüllen. Neu produzierte Hollywood-Streifen bieten meist sehr gute Qualität. Grösser sind die Qualitätsunterschiede bei Filmen, die vor einigen Jahren gedreht wurden.
Grosse Unterschiede bei Spielfilmen
Überzeugend war für die Tester der Klassiker «Vom Winde verweht» aus dem Jahr 1939. Trotz seines Alters bietet der Film auf Bluray deutlich schärfere Details als die DVD. Ein Film aus dem Jahr 2002 hingegen ist negativ aufgefallen: Der Kampfkunst-Streifen «Hero». «Hier gab es gar keinen Qualitätsgewinn auf der Bluray», sagt Roman Lehmann. Das Bildrauschen trete sogar noch stärker hervor als auf der DVD. «Eine Frechheit, dass so etwas auf den Markt kommt», bilanziert Lehmann.
Hersteller Constantin Film beteuert, für die Bluray habe man hochauflösende Bilder in Full HD verwendet. Das Bildrauschen sei schon beim Ausgangsmaterial von «Hero» relativ hoch, die technischen Möglichkeiten zur Aufbereitung von Filmen hätten sich seit der Produktion dieses Streifens weiter entwickelt.
Jede Dritte nicht besser als DVD
Wie gut ein alter Film auf Bluray wirkt, hänge vom Aufwand ab, den die Produktionsfirma betreibt, sagt Norbert Dziambor, technischer Leiter beim Filmproduzenten Egli Film in Zürich. Für eine optimale Aufbereitung läuft die Filmrolle durch einen hochmodernen Scanner. Dieser scannt alle 3 Sekunden ein Bild in Kinoqualität.
Blueray: Woher kommt der Name?
Die Bezeichnung Bluray bedeutet wörtlich übersetzt «Blauer Strahl» (Englisch: blue ray). Der Name bezieht sich auf die Farbe des Lasers, der die Daten von der Diskette abliest. Der Laser ist blau-violett, im Gegensatz zur DVD, die von einem roten Laser abgetastet wird. Dank der kürzeren Wellenlänge des blauen Lasers passen auf eine Bluray deutlich mehr Daten als auf eine DVD.
Ein durchschnittlicher Spielfilm wird so innert vier Tagen digitalisiert. Gemäss Norbert Dziambor scheuen Produzenten diesen Aufwand manchmal bei Filmen, die weniger lukrativ sind: «Rund 30 Prozent der Neuauflagen auf Bluray haben nur die Auflösung einer DVD», sagt Dziambor. Das Material aus der Produktion werde einfach auf das Full-HD-Format hochgerechnet – ohne bedeutenden Qualitätsgewinn.
Beschnittene Bilder
Der Branchenverband SVV (Schweizerischer Video-Verband) betont, dass Bluray unter den Video- und Audio-Datenträgern die mit grossem Abstand höchste technische Qualität ermögliche. Dass nicht alle Bluray-Discs denselben Standard an Bild- und Tonqualität böten, sei selbstverständlich und hänge auch von der technischen Qualität des Ausgangsmaterials ab.
Eine kleine Enttäuschung war für die «Kassensturz»-Tester auch der Box-Film «Rocky» mit Sylvester Stallone. Die DVD bot hier das kontrastreichere und deutlich rauscharmere Bild. Die Erwartungen erfüllen konnte «Top Gun», der Fliegerfilm aus den Achtzigern mit Tom Cruise. Die Bluray liefert viel schärfere Bilder. Aber: Das Bild ist oben und unten beschnitten. Der Zuschauer bekommt auf Bluray weniger zu sehen als auf der DVD.
Blurays kosten im Schnitt 8 Franken mehr als DVDs. Dafür bieten sie viel mehr Speicherplatz für ganze Spielfilme in Full HD - also High Definition mit 1080 Bildzeilen. Und damit eine fünf Mal so grosse Auflösung als DVD. Damit werben die Produzenten und nichts weniger dürfen Kunden erwarten. Was Kunden sonst noch beachten müssen und welche technische Ausrüstung sie für Bluray benötigen, erfahren sie im Experten-Gespräch mit Niklaus Kühne, Fachexperte für Fernsehtechnik bei der SRG.












