Konsum
Ticketcorner
Nun kostet sogar selber ausdrucken
Der Schweizer Marktführer unter den Ticketing-Firmen verärgert seine Kunden: Neu verlangt «Ticketcorner» auch bei Online-Bestellungen eine Gebühr – dies obwohl die Kunden ihre Tickets selbst ausdrucken.
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Die Print-at-home-Option bei Ticketkäufen ist bequem: Nach ein paar Klicks liegt das Billet frisch ausgedruckt daheim auf dem Tisch. Doch seit diesem Jahr stolpern Kunden bei Ticketcorner am Ende ihrer Online-Bestellung über eine neue Gebühr. Kauft der Kunde Tickets im Wert von 45 Franken und druckt sie zuhause aus, berechnet ihm «Ticketcorner» einen Aufpreis von 3.50 Franken. Liegen im Warenkorb Tickets im Wert von weniger als 45 Franken, beträgt die Gebühr 80 Rappen.
Online-Kunde: «Schweinerei»
Seit 2007 bietet «Ticketcorner» den Print-at-home-Dienst an. Doch erst seit diesem Jahr macht das Unternehmen diese Extra-Gebühr geltend. Viele Kunden zeigen dafür kein Verständnis, wie Beschwerden an den «Kassensturz» zeigen. «Es ist eine Schweinerei, dass man bei ‚Ticketcorner‘ eine Gebühr von bis zu 3.50 Franken bezahlen muss für ein Ticket, das man selbst ausdruckt!», empört sich etwa eine Zuschauerin.
Teurer wegen neuer Infrastruktur
Stefan Epli von «Ticketcorner» argumentiert mit einer neuen Infrastruktur, über die das Unternehmen seit Anfang Jahr verfüge. Diese biete mehr Sicherheit: Im Gegensatz zum alten System sei es nun schwieriger, die Tickets zu fälschen. «Heute steht das Personal mit Handlesern am Eingang und scannt jedes Ticket.» Die neue Hardware, das entsprechende Computerprogramm und das Personal kosteten Geld. Und diese Kosten sollen nun offenbar die Kundinnen und Kunden übernehmen. Zudem, so Epli, verlange «Ticketcorner» die Gebühr nur einmal pro Einkauf und nicht pro Ticket. «Auch andere Ticket-Unternehmen erheben für die gleiche Dienstleistung eine Gebühr.»
Tatsächlich verlangt auch Konkurrentin «Ticketportal» einen Betrag für die Print-at-home-Option, einen Franken pro Billet. «Starticket» hingegen verzichtet gemäss Webseite auf eine Gebühr, sofern der Kunde mit Kreditkarte oder Postcard zahlt. Mehr zahlt er nur, wenn er sich für die postalische Rechnung (6 Franken) oder die elektronische Rechnung (3 Franken) entscheidet. Keine Gebühr fällt für Kinogänger an, die ihr Ticket bei «Kitag» kaufen und selber ausdrucken.
Immerhin: Bald keine Gebühr mehr für Warteschlaufe
«Ticketcorner» ist Marktführer im Schweizer Ticketing-System. Das Unternehmen war erst kürzlich Thema im «Kassensturz» (siehe Sendung vom 12.4.), weil es bei den Kunden bereits für die Zeit in der telefonischen Warteschlaufe eine Gebühr abkassiert. Ab Sommer will «Ticketcorner» diese Gebühr abschaffen.













