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Konsum

Iphone-Angebot

Zweifelhaftes Sunrise-Inserat

Maria Kressbach
Freitag, 13. Mai 2011, 15:41 Uhr, Aktualisiert 16:32 Uhr

In den Werbeprospekten von Interdiscount und Fust wird das Iphone4 von Sunrise zu einem «Sensations-Preis» von 149 Franken ohne Abo angeboten. Im Laden heisst es dann, das sei ein Fehler. Ein Versehen oder vielleicht doch ein Lockangebot? So oder so. Kunden können nicht auf den Prospektpreis bestehen.

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Ein Iphone4 für 149 statt 799 Franken ohne Abo. Ein wahres Schnäppchen! Das dachte sich auch «Kassensturz»-Zuschauer A.W., als er den Interdiscount-Prospekt vom letzten Monat durchstöberte. Sogleich ging er in die nächste Filiale und wollte von diesem «Sensations-Preis» – wie es im Prospekt hiess – profitieren.

Im Interdiscount-Laden wurde A.W.‘s Kauflust aber gebremst: Der Verkäufer erklärte, dass es sich um einen Fehler handle und das Handy nur mit Abonnement für 149 Franken erhältlich sei. A.W. wurde skeptisch und fragte den Verkäufer, ob man auf diese Weise Kunden in den Laden locken wolle. Die Antwort gab ihm zu denken: «Der Verkäufer meinte nur, falsche Preisangaben kämen öfters vor. Und es sei natürlich ‚gäbig‘, wenn Käufer von der Konkurrenz hierher kämen.»

Lockvogelangebot vermutet

Das Misstrauen war geweckt. Deshalb besuchte A.W. noch eine zweite Interdiscount-Filiale und stellte dieselbe Frage. Hier sagte der Verkäufer laut A.W. lediglich, im Marketing habe man viel ‚spatzig‘.

Klar kommt so der Verdacht auf, dass diese Werbung dazu dient, Kunden in den Laden zu locken. A.W. findet das nicht in Ordnung: «Es geht mir weniger um das Handy. Aber ich finde es eine Schweinerei, dass die Händler sich mit solcher Werbung gegenseitig den Markt kaputt machen.»

Dasselbe Inserat bei Interdiscount und Fust

Andrea Bergmann, PR-Leiterin von Interdiscount, distanziert sich klar: «Beide Aussagen der Filialen entsprechen nicht unserer Geschäftspraxis. Es liegt absolut nicht in unserem Interesse, Kundinnen und Kunden mit Lockvogelangeboten zu verärgern.» Sie erklärt, dass es sich bei diesem Angebot um ein Co-Inserat handle, welches von Sunrise bereits druckfertig zur Verfügung gestellt werde.

Das erklärt auch, warum genau dasselbe Angebot im aktuellen Fust-Prospekt ebenfalls zu finden ist. Auch dieser Anbieter hat das Inserat von Sunrise druckfertig übernommen. Sabine Weber von der Firma Fust ergänzt: «In einem Co-Inserat dürfen wir nur sehr beschränkt Änderungen vornehmen, weil diese den Brandrichtlinien des Providers entsprechen müssen.»

Sunrise sieht kein Missverständnis

Sunrise wiederum ist der Meinung, das Angebot sei unmissverständlich: «Nach Auffassung von 'Sunrise legal', welches dieses Inserat vor Veröffentlichung geprüft hatte, ist die beanstandete Preiskommunikation klar und verständlich.» Der Provider räumt zwar ein, dass das Angebot, rein grammatikalisch betrachtet, tatsächlich in die eine oder andere Richtung verstanden werden könne. Trotzdem findet er: «Es ist beim Abnehmer bekannt, dass teure Geräte (nur) zusammen mit Abonnements zu einem reduzierten Preis abgegeben werden.»

Dann stellt sich aber die Frage, warum dieses Angebot mit «Sensations-Preis» angepriesen wird. Das Iphone4 ist bei anderen Providern mit Abo nämlich bereits ab 49 Franken erhältlich.

Prospektpreise sind nie verbindlich

Auch Interdiscount und Fust sehen in der orange eingekreisten Preisangabe mittlerweile ein Problem und teilen die Meinung von Sunrise nicht. Beide Firmen räumen ein, dass das Angebot tatsächlich missverständlich abgebildet sei. Und beide versichern, gemeinsam mit Sunrise eine Lösung zu erarbeiten, damit Angebote künftig klar und eindeutig kommuniziert würden.

Wer nun aber hofft, dass Schnäppchen dennoch ergattern zu können, weil Preisangaben grundsätzlich bindend sind, wird enttäuscht. Laut Rechtsexpertin Doris Slongo sind Prospektpreise nie verbindlich. Sie erklärt: «Auf eine Preisangabe bestehen kann man nur, wenn sie am Kaufobjekt angeschrieben steht oder wenn sie dem Kunden gegenüber direkt gemacht wurde.»