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Konsum

Verzollung

Post führt günstigeren Einheitstarif ein

Maria Kressbach
Dienstag, 13. September 2011, 10:33 Uhr, Aktualisiert 14.09.2011, 15:22 Uhr

Online einkaufen im Ausland lohnt sich. Wären da nicht die teilweise immensen Zollgebühren. Nun ist aber Besserung in Sicht: Der Preisüberwacher hat mit der Post und ihren Tochterfirmen einen günstigeren Einheitstarif für Zollabfertigungsgebühren ausgehandelt.

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Kleider, CDs, Fotoapparte und alles, was das Herz begehrt. Der tiefe Euro veranlasst immer mehr Schweizer, ihre Einkäufe per Internet im Ausland zu tätigen. Viele erleben dann aber die böse Überraschung: Nicht selten ist der Währungsvorteil dahin, weil die Spediteure immense Verzollungsgebühren verrechnen. Gelohnt hat sich bisher nur ein Versand per Post. «Kassensturz» hat mehrmals darüber berichtet.

Neues Tarifsystem sorgt für Einheit

Diese Tatsache ist dem Preisüberwacher schon lange ein Dorn im Auge. Er führt deshalb seit längerer Zeit Verhandlungen mit diversen Speditionsfirmen. Im März dieses Jahres lenkte DHL Express als erste Unternehmung ein und senkte ihre Gebühren deutlich.

Nun kommt erneut Bewegung in die Sache. Der Preisüberwacher und die Post haben eine Vereinbarung ausgehandelt: Die Post und ihre Tochterfirmen Swiss Post GLS und EMS sollen künftig für die Zollabfertigung einen Einheitstarif anwenden. Dieser beinhaltet einen Grundpreis von 12 Franken pro Sendung aus den Nachbarländern und 16.50 Franken für Sendungen aus den übrigen Staaten. Dazu kommt ein wertabhängiger Betrag in der Höhe von 3 Prozent. Neu ist auch, dass die Verzollungsgebühr maximal 70 Franken betragen darf.

Swiss Post GLS und EMS senken Tarife deutlich

Ein Beispiel: Für ein Paket aus Deutschland mit einem Warenwert von 100 Franken bezahlte der Kunde für die Verzollung bisher bei der Post 18 Franken. Bei EMS musste er 35 Franken hinblättern und bei GLS sogar 53 Franken. Neu bezahlt er bei allen drei Versandkanälen gleichviel, nämlich 15 Franken.

Der Konsument bezahlt also deutlich weniger Gebühren, insbesondere bei den Post-Töchtern GLS und EMS. Aber auch die Abwicklung über die Post wird zumindest bei Sendungen aus Nachbarländern mit einem Wert bis zu 150 Franken günstiger.

Das neue Einheitstarifsystem tritt bei GLS bereits am 1. Oktober dieses Jahres in Kraft. Die Post und EMS werden am 1. März 2012 nachziehen.

Dies ist ein weiterer Schritt im Kampf gegen überhöhte Zollgebühren. Der Preisüberwacher wird weiterhin an seinen Forderung festhalten, denn durch die Senkung der Zollkosten verspricht er sich eine bessere Wettbewerbsfähigkeit von Produkten aus dem Ausland. Indirekt wird so auch Druck auf die Schweizer Preise ausgeübt.

Auf den Spediteur kommt es an

Wichtig für Online-Besteller: Klären Sie wenn möglich immer vorher ab, über welches Speditionsunternehmen Ihr Paket versendet wird und ersparen Sie sich unnötig hohe Zollgebühren. So bleibt die Freude am günstigen Schnäppchen länger erhalten.