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Konsum

«Wiesenmilch»

Mehr Auswahl bei der Milch

Philip Kempf
Donnerstag, 3. November 2011, 11:21 Uhr, Aktualisiert 15.11.2011, 11:42 Uhr

Migros verkauft neu «Wiesenmilch». Die ist zwar besser, doch auch teurer. Das hat Kunden verärgert – vor allem, weil gleichzeitig die herkömmliche Milch aus vielen Gestellen verschwand. Ein Fehler, wie ein Migros-Sprecher nun zugibt. «Kassensturz» erklärt, was an der neuen Milch dran ist.

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In den letzten Jahren haben Schweizer Kühe immer mehr Silo-Futter zu fressen bekommen. Und sie dürfen immer weniger raus auf die Weide. Der Grund: Milchbauern halten immer mehr Kühe, ohne dass sie die Betriebsfläche vergrössern, wie IP-Suisse sagt.

Das heisst: Immer mehr Kühe müssen mit der gleichen Menge gemähten Grases auskommen. Um das fehlende Gras auszugleichen, erhalten sie vermehrt Kraftfutter aus Mais und vor allem Soja.

Mehr Kraftfutter senkt die Qualität

Das Verfüttern von Kraftfutter ergibt aber eine schlechtere Milch-Qualität und schadet auch der Umwelt, wie «Kassensturz» schon im Februar berichtete. Graslandmilch enthält bis zu vier Mal mehr ungesättigte Fettsäuren als Milch von Kühen, die Kraftfutter fressen.

Das im Kraftfutter enthaltene Soja wird aus Brasilien importiert. Es wird dort in Monokulturen angebaut – gemäss IP-Suisse zumeist auf Boden, auf dem früher Regenwald war.

Beitrag vom 1.2.2011: Soja statt Gras schadet der Milchqualität

Nun dreht Migros das Rad der Zeit zurück: Sie verkauft wieder eine Milch von Kühen, welche viel Gras direkt von der Weide fressen. Anspruchsvolle Milchtrinker kommen so wieder zu ihrer alten Qualitätsmilch.

Rund 25 Prozent teurer

Doch das kostet: Migros verlangt für den Wiesenmilch M-Drink 1,50 Franken, rund 25 Prozent mehr als für die herkömmliche Milch. Es gibt sie in drei Sorten: «M-Drink», «Vollmilch pasteurisiert» und «M-Drink UHT». Migros plant, auch entsprechenden Halbrahm, Joghurt und Käse zu verkaufen, wie Migros-Sprecher Urs-Peter Naef erklärt.

Der höhere Preis verärgert viele «Kassensturz»-Zuschauer. Umso mehr als mit der Einführung der neuen Milch in vielen Filialen der herkömmliche M-Drink verschwunden ist.

«Es kann nicht sein, dass die Migros ihren Kunden ein Produkt ohne Alternative aufzwängt und dann noch mit einer versteckten Preiserhöhung», ärgert sich Willi Lässer aus Bern.

Migros: «Ein Fehler»

Da sei der Migros ein Fehler unterlaufen, sagt Urs-Peter Naef. Auf Grund einer falschen Koordination sei vielerorts für eine gewisse Zeit kein M-Drink mehr geliefert worden.

Seit ein paar Tagen sei dies aber korrigiert. Konsumenten haben nun wieder die Auswahl und können zwischen der «Wiesenmilch» und der Herkömmlichen wählen.

Milch wurde billiger

«Wiesenmilch»-Kühe dürfen mehr Gras essen, doch auch die Bauern profitieren: Gemäss Migros erhalten sie sieben Rappen mehr pro Liter Milch.

Das können sie gut gebrauchen: Der Preis für einen Liter Milch ist seit dem Jahr 1990 gesunken:

Bild Milchpreisentwicklung
Quelle: Schweizer Milchproduzenten SMP