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Konsum

Online-Shopping

Der Trick mit der deutschen Lieferadresse

Maria Kressbach
Donnerstag, 8. Dezember 2011, 16:03 Uhr, Aktualisiert 17:11 Uhr

Online-Shopping im Ausland boomt gerade vor Weihnachten. Doch hohe Gebühren und Lieferboykotte machen es den Schweizer Kunden schwer. Viele lassen sich ihr Auslandpaket deshalb an eine deutsche Adresse liefern. Das kann sich lohnen – sofern ein paar Dinge beachtet werden.

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Das Prinzessinnen-Schloss von Playmobil – dieses Weihnachtsgeschenk steht zurzeit auf der Wunschliste von vielen kleinen Mädchen. Wer diesen Wunsch erfüllen will stellt fest: Im Schweizer Playmobil-Internetshop kostet das Märchenschloss 159 Franken, bei Playmobil Deutschland jedoch nur 100 Euro, also rund 123 Franken. Der Fall scheint klar: Sparer bestellen das Playmobilschloss in Deutschland. Doch das ist nicht so einfach, denn Playmobil Deutschland beliefert Schweizer Kunden nicht. 

Ein typisches Beispiel, das zeigt: Schweizer Kunden sind im internationalen Online-Handel klar benachteiligt. Aber nicht nur, dass einige Online-Händler Schweizer boykottieren. Wenn sie liefern, müssen Kunden in der Schweiz oft hohe Versandkosten bezahlen. Richtig teuer sind zudem die Zollgebühren: Ab einem Wert von 66 Franken muss die Ware, die per Post geliefert wird, verzollt werden. Und das kann ins Geld gehen. Doch zumindest dagegen gibt es ein Mittel: Lieferadressen in Deutschland.

Abholen spart Gebühren

Viele Schweizer nutzen diese Dienstleistung. Das heisst, sie lassen die Ware an eine deutsche Adresse, die von einem deutschen Anbieter zur Verfügung gestellt wird, liefern. Dann holen sie die Lieferung persönlich ab und bringen sie selbst über die Grenze. Der Vorteil: So müssen erst ab einem Warenwert von 300 Franken Zollabgaben entrichtet werden. Und auch die Liefergebühren sind um einiges tiefer. Hunderte Schweizer machen sich täglich auf die Reise über die Grenze, um ihre Pakete bei den verschiedenen Anbietern abzuholen.

Achtung: Nicht alle sind vertrauenswürdig

Von Weil am Rhein bis nach Konstanz, solche deutschen Adressanbieter gibt es mittlerweile überall. Wer «Lieferadresse Deutschland» in eine Suchmaschine eingibt, findet dutzende von Anbietern. Die Radiosendung «Espresso» hat Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz gebeten, einige davon unter die Lupe zu nehmen. Sie hat festgestellt, dass man durchaus genau hinschauen sollte. Bei einigen Anbietern wurde Stalder bereits beim Besuch der Internetseite stutzig. Viele Schreibfehler beispielsweise hinterliessen bei ihr keinen vertrauenswürdigen Eindruck. «Grundsätzlich sollte man sich aber zuerst einmal bewusst werden, in welcher Ortschaft man das Paket abholen will», so die Konsumentenschützerin. «Und dann sollte man innerhalb dieser Ortschaft prüfen, welche Möglichkeiten es gibt.» Natürlich muss man dann auch die Preise vergleichen.

Wie «Espresso» festgestellt hat, sind die Preisunterschiede jedoch gering. Für ein kleines Standardpaket sind ungefähr sechs Franken üblich.

Prüfen, ob es sich wirklich lohnt

Auch Murielle Übelhart vom Konsumentenforum kennt diese Angebote. Sie zweifelt allerdings, ob sich das wirklich für alle Kunden lohnt: «Natürlich gibt es eine gewisse Nachfrage. Aber man muss bedenken, dass diese Vorgehensweise mit Aufwand für den Konsumenten verbunden ist.» Gemeint sind damit vor allem der Zeitaufwand für die Fahrt nach Deutschland und natürlich auch die Benzinkosten.

Ob es sich lohnt oder nicht, dass muss wohl jeder für sich selbst rechnen. Wichtig zu wissen dabei: Beträgt der Warenwert 300 Franken und mehr, müssen beim Grenzübertritt Zollabgaben verrichtet werden.

Eine gute Vorbereitung ist alles

Und noch etwas gibt es zu beachten: Die 19 Prozent Mehrwertsteuer können zurückgefordert werden. Die Kunden müssen am Zoll lediglich ein spezielles Rückerstattungsformular abstempeln lassen. Deshalb ist es wichtig, dass sich Schweizer Online-Einkäufer mit deutscher Lieferadresse vor der Warenabholung genau informieren. So steht mit der richtigen Vorbereitung der Schnäppchenjagd im Internet nichts mehr im Wege.