Familie und Freizeit
«Kassensturz – ganz tierisch»
Immer mehr Vierbeiner landen im Tierheim
Haustiere sind in der Schweiz ein Milliardengeschäft. Viele Tierhalter scheuen keine Kosten. Doch gleichzeitig kritisieren Tierschützer bedenkliche Entwicklungen: Immer häufiger werden Verbeiner in Heimen abgestossen. Und der Handel mit dubiosen Zuchttieren aus Osteuropa blüht. In einer neuen Serie beleuchtet «Kassensturz» das Geschäft mit den Haustieren.
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- Internetseite Schweizer Tierschutz
- Tierrettungsdienst
- Susy Utzinger - Stiftung für Tierschutz
- «Espresso» vom 12.10.09: Welche Haustiere eignen sich für Kinder
- «Espresso» vom 12.01.09: Unseriöser Tierhandel im Internet
- «Espresso» vom 23.06.08: Ferienzeit ist auch Tierheimzeit
- «Espresso» vom 01.09.08: Meerschweinchen als Haustiere
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Geliebt und ausgesetzt. Der Umgang der Schweizer mit den Haustieren ist widersprüchlich. Auf der einen Seite werden Tiere vermenschlicht, sie tragen Strasshalsbänder, Ledermäntelchen und schlafen auf eigenem Sofa. Allein für Futter, Einstreu und Spielsachen setzt der Handel jährlich 800 Millionen Franken um. Selbst Ausgaben für Hightech-Operationen sind für viele Tierhalter selbstverständlich. Auf der anderen Seite landen jedes Jahr über 80‘000 ungewollte Katzen, Hunde und Nager in Heimen. Die Schweizer Tierheime verzeichnen in der neusten Statistik des Schweizer Tierschutzes einen Zuwachs von 13 Prozent.
Überforderung der Tierhalter
Die häufigsten Abgabegründe bei Hunden sind Zeitmangel, Umzug und Scheidung. Katzen kommen ins Heim, weil ihre Haare Allergien auslösen, wegen Verhaltensproblemen wie Markieren oder dem Umzug ihrer Halter. «Verhätscheln oder Verstossen, diese Extreme sind eine Zivilisationserscheinung», kommentiert Tierschützerin Susy Utzinger diese Entwicklung. Allein ihr Tierheim Pfötli hat letztes Jahr 1600 Tiere aufgenommen.
Dubioser Hundehandel
Im Tierheim landen auch Hunde, die von ihrem Halter zu einem Schnäppchenpreis erstanden werden. Sobald es Probleme gibt, werden sie dann aber abgestossen. Eine bedenkliche Entwicklung: Täglich kommen Hunde aus dubiosen Zuchten in die Schweiz. Der Schwarzhandel auf Parkplätzen und bei zweifelhaften Züchtern blüht.
«Kassensturz - ganz tierisch»: Neue Serie über Haustiere
Jeder dritte Schweizer Haushalt hält mindestens ein Tier. In einer fünfteiligen Serie hinterfragt «Kassensturz» das Geschäft mit den Haustieren und beleuchtet wichtige Themen wie Anschaffung, Ernährung, Rechtsfragen, Medikamente und Tod.
Die Serie verfolgt den Alltag in einer Tierklinik, schildert hautnah Sorgen und Probleme der Tierhalter und lässt zu ganz konkreten Fällen und Fragen Expertinnen und Experten zu Wort kommen.
«Kassensturz» zeigt Bilder von Chihuahuas, die in Ungarn in einer Hühnerlegebatterie gezüchtet worden sind. Ein Geschäftsmodell tierischen Leids. «Ich habe selber im Osten – in Ungarn und Rumänien – solche Vermehrungsanstalten gesehen», berichtet Utzinger. «Schweizer wünschen billige, reinrassige Schosshündchen wie Chihuahuas, Shih Tzus oder Pekinesen, und die werden unter widrigsten Bedingungen gezüchtet.»
Billige Hunde aus Osteuropa
Ein Chihuahua aus einer osteuropäischen Puppy-Farm kostet dann statt 1800 Franken «nur» 600 Franken und wird auf Autobahnraststätten oder übers Internet verkauft. «Mittlerweile haben die Hundezüchter aus dem Osten aber auch neue Vertriebskanäle gefunden», sagt Utzinger. «Sie lassen die Tiere als angebliche Schweizer Rassehunde über Mittelsmänner verkaufen». Den Käufern würde versprochen, sie bekämen die Rassepapiere nachgeschickt.
Tiere häufig krank verkauft
Solch vermeintliche Schnäppchen können Hundehalter teuer zu stehen kommen. Denn die Tiere aus Massenzuchten werden meist zu früh von den Muttertieren getrennt, sterben häufig auf dem Transport oder werden nach dem Verkauf krank. Susy Utzinger: «Solche Hunde verursachen dann hohe Tierarztkosten.»












