Inhalt

Konsum

«Espresso»

Käfig-Eier auch in der Schweiz

Simon Thiriet & Philip Kempf
Dienstag, 31. Januar 2012, 13:56 Uhr, Aktualisiert 14:58 Uhr

Seit rund einem Monat sollten auch die letzten EU-Länder ihre Legehennen in einer modernisierten Käfighaltung unterbringen. Zwölf EU-Länder tun sich jedoch mit der Anpassung schwer. Sie exportieren ihre Eier munter weiter unter den alten Bedingungen. Auch in die Schweiz.

Bild

Mehr zum Thema

Artikel bewerten

  • Durchschnittliche Bewertung: 5
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Artikel teilen

Seit 1. Januar sollten Eierproduzenten in der EU Hühner nicht mehr in engen Batterie-Käfigen halten. Doch trotz zwölfjähriger Übergangsfrist haben es 13 Länder bis heute nicht geschafft, die Hühner-Haltung den Richtlinien anzupassen. 

Dazu gehören Belgien, Bulgarien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Lettland, Ungarn, Niederlande, Polen, Portugal und Rumänien. Gegen sie hat die EU ein Verfahren eingeleitet.

Eier-Deklaration oft wenig aussagend

Wenn ein Konsument konsequent keine Batteriehuhn-Eier kaufen will, hat er ein Problem. Denn obwohl sich die Schweizer Ei-Importeure bemühen, können sie nicht zu hundert Prozent garantieren, dass nicht auch Eier aus diesen Ländern zu uns in die Regale gelangen.

Das Problem sind nicht Schachtel-Eier, welche für gewöhnlich auf der Verpackung klar nach Herkunft deklariert sind. Vielmehr kann es sein, dass die Käfighaltungs-Eier bereits verarbeitet in Produkten wie Kuchenteig, Teigwaren oder Mayonnaise in Schweizer Läden «geschmuggelt» werden.

Käfigeier auch «Made in Switzerland»

So produzieren auch Schweizer Hersteller einige Guetzli oder Kuchen mit Ei-Pulver aus der EU. Die Süssigkeiten sind dann mit «Made in Switzerland» angeschrieben. Sie können aber auch Eier aus tierquälerischer Haltung aus der EU enthalten.

Sara Stalder von der Stiftung Konsumenten-Schutz empfiehlt: «Entdeckt man als Konsument ein Produkt mit ausländischer Eierzutat oder ist deren Zusammensetzung auf dem Etikett unklar beschrieben, ob die Eier aus der Schweiz kommen, sollte man sich beim Anbieter des Produktes erkundigen.»

Im Ausland auch als «Bio» deklariert

Jedoch ist Hansuli Huber vom Schweizerischen Tierschutz STS skeptisch: «In der EU kommt es immer wieder vor, dass Käfigeier fälschlicherweise als Eier aus Bodenhaltung deklariert werden.»

Herkunft «Schweiz» ist am besten

Am einfachsten kaufe man deshalb nicht nur die Schachtel-Eier sondern auch sämtliche restlichen Eierprodukte nur dann, wenn die Deklaration «aus Schweizer Haltung» vermerkt sei.